Shotgun

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Shotgun hat, genau wie sein langjähriger Freund und Musikerkollege Stonewall, schon im zarten Alter von 15 Lenzen die ersten Gehversuche als Musiker unternommen. Während seine Kumpels an Mopeds herumfrisierten, quälte er lieber seine Familie und die lieben Nachbarn mit den Klängen seiner Stromgitarre. (Ein besonders schönes und leider verschollenes Exemplar – vermutlich „Made in GDR“ – erstanden im Kaufhaus Horten, den Amp aus massiv Hundefutter, gab es gleich dabei…)

Wenn es denn nun so sein sollte, dass ein Musiker mit der entsprechenden Reife irgendwann zu seinen Wurzeln zurückkehrt, auch wenn diese oft auf jahrelangen Umwegen erst wiederentdeckt werden, so trifft dies sicherlich für Shotgun zu.
Die erste LP war von Bob Dylan und der zweite „The Best of Leo Kottke“. Eine sehr frühe Leidenschaft für den Blues prägte zudem seinen musikalischen Geschmack.
Nach diversen, späteren Ausflügen in Rockjazz und Funk, sowie den typischen Wave – Experimenten der 80er, landete Shotgun, nach kurzfristiger kreativer Pause (ein mehrjähriger beruflicher Aufenthalt in Spanien), wieder bei seinen Wurzeln, dem Blues und Folk.
Es ist bekanntlich nur ein kleiner Schritt von dort bis zur Countrymusic. Die Sterne die Shotgun letztendlich den Weg in seinen musikalischen Heimathafen wiesen, waren diejenigen Musiker, deren Werk wir heute im typischen „Turtles – Sound“ an jedem Abend, den wir auf der Bühne stehen, ehren wollen: Hank Williams, Gram Parsons und Johnny Cash.(um nur die wichtigsten zu nennen…)

Dass der zweimalige deutsche Seniorenmeister im Gewichtheben (eine seiner weiteren Leidenschaften…) eines Tages nochmal Sänger und Gitarrist in einer selbstgegründeten Countryband sein würde, hat selbst seine kühnsten Träume übertroffen und es erfüllt ihn jeden Tag mit Freude und Stolz.
Shotgun erinnert sich heute noch oft daran, dass er die guten alten Songs viele Jahre lang nur für sich allein, oder für ein paar Brüder und Schwestern bei Whisky und Bier gesungen hat. Dabei hat es sicherlich immer eine lebendige Countryszene gegeben, allerdings ist Mainstream nunmal nicht seine Sache. Shotgun will an die Wurzeln.
Den Stein des Anstoßes gaben schließlich seine Frau Bettina (für die er sogar den Parsons – Song „Blue Eyes“ abgeändert hat), und sein Freund Stonewall, der seit Jahren nicht nur sein musikalisches Gewissen, sondern auch sein kreativer „Drill – Instructor“ ist.

„Wenn ich Musik nur aus dem Kopf mache, werde ich die Leute auch nur am Kopf erwischen“. Shotguns Devise prägt seither den Sound und die Performance der Turtles. Den Spaß und die Liebe zu dieser Musik ist bei ihm auf jedem Gig und jeder Bühne zu spüren.

Wie ein guter Whisky ist auch seine Stimme gereift und neben seinem groovigen Skiffle auf der Telecaster und seinen frechen aber gefühlvollen Slides auf der Lap-Steel, ist „Shotgun´s Whisky Voice“ nunmal ein unverwechselbares Merkmal der Flyin‘ Turtles.

Für diejenigen, die vielleicht auch technischer Firlefanz interessiert:
Shotgun bearbeitet eine Mexico-Standard Tele über einen 65er Blackface, wahlweise auch eine 77er US-Strat, sowie eine Ibanez Artist (Semi-Acoustic, Limited Edition) aus den 70ern.
Desweiteren eine Yamaha Compasss Series E-Acoustic Southern Jumbo, ein geheimnisvolles Dobro – vom Gitarrendoc Norbert raffiniert elektifiziert (Tele-Pickup) und eine Gorden Smith Gipsy 1. Die Harley Benton Lap-steel wird über einen Kitty Hawk „Brüllwürfel“ malträtiert.
Außerdem wäre da noch ein 69er Vox zu erwähnen, den er aber nur als Sammlerstück besitzt und in erster Linie, um damit andere neidisch zu machen.(Ätsch!) Wenn man schon beim Angeben ist: es gibt auch noch einen AC30 aus den Siebzigern. Tja, so sind sie nunmal, die Gitarreros…